Cuba 2

Ich habe die Kubaseite jetzt geteilt, weil sie sonst zu schwerfällig wurde.



5.4.

 

Es sind zwar nur etwa 40 sm um das Westkap San Antonio, aber am Nachmittag soll der Wind zunehmen und der Kurs geht nach dem Kap gegenan. 6:30 Aufstehen, es ist noch dunkel. Um 7:30 geht die Sonne auf und ich werfe die Mooringboje los. Der Wind kommt aus nördlicher Richtung so daß endlich die Vorsegel wieder ziehen. Gegen Mittag schläft der Wind erst mal ein und die Stahlfock muß es richten. Um 13:35 ist der Leuchtturm querab, aber am Ziel sind wir noch nicht. Wegen des Riffs müssen wir erst weit nach Norden ausholen und können dann Kurs auf die Marina Los Morros nehmen. 16:20 werden die Leinen von einem äußerst hilfsbereiten Hafenmeister und seinem Gehilfen übernommen.

Cabo San Antonio, Cubas Westcap

Der erste Eindruck: Hier ist das Zentrum von nirgendwo. Aber alles ist gepflegt, es gibt Wasser, Diesel und sogar Benzin.  In der Gaststätte wird extra für mich gekocht, die Dusche funktioniert landestypisch.

 

 

 

 

  

Morgen ist Ruhetag, dann geht´s weiter Richtung Havanna.

Der nette Hafenmeister mit Tankwart

 

7.4.

Wir waren für 7 Uhr zur Ausstellung des Despachio  verabredet. Nun sitze ich allein vor dem Büro der „Autoridades“  und warte. Dann gehe ich erst mal Frühstück  machen und bereite das Schiff zum Auslaufen vor. Kurz vor acht überreicht mir der dicke Küstenschützer wieder sehr freundlich die Papiere und hilft, nachdem ich unterschrieben habe, daß eine ordnungsgemäße Inspektion stattgefunden hat (hat natürlich nicht), beim Loswerfen. Dann brumme ich zügig über den Golf von Guanahacabibe. Der Wind weht überraschend frisch aus Südsüdost und bald kann der Motor aus. Ein schönes Gefühl endlich wieder mal zu segeln. Zum wohl zehnten mal lese ich in meinen Führern die Empfehlungen für eine sichere Durchfahrt. Die flachste Stelle wird bei der Punta Tabaco mit 2,20 m angegeben, das sei aber ein Meter zu wenig, es sei dort wirklich tiefer verspricht der neuste „Waterways“-Führer. Die Spannung steigt, ich nehme die Pinne mal selbst in die Hand und hypnotisiere das Echolot. Oh je, die Anzeige sinkt unter 2 m. Das wird wieder knapp. Vielleicht doch etwas weiter vom Riff abhalten?! Ja, geschafft! Das Lot zeigt wieder drei Meter.

 

 

 

 

Blinder Passagier! Wird in diesen Gewässern schwer bestraft!!!

Na, davon habe ich jetzt erst mal genug. Auf direktem Weg geht es zur Mongrovenbucht bei Punta Alonso Rojas. Der Anker platscht bei 3,50 ins Wasser; ordentlich Rückwärtsfahrt zum Eingraben, hält, Motor aus, himmlische Ruhe und herrlicher Sonnenuntergang!

 

 

 

 

    

8.4.

Sonnenaufgang über Cuba

Heute kommt das Fehlen von Formalitäten einem längeren Ausschlafen zu gute. Durch die Pasa Roncadora verlasse ich endgültig das Flachwassergebiet und habe bald 1000 m tiefes Wasser unter dem Kiel. Wenn der Südostwind noch etwas kräftiger wird, bekommen wir einen schönen Segeltag. Leider doch nicht und es wird eine Motorfahrt bis in die dunkle Nacht. Das Einlaufen in die Bahia Honda geschieht in vorsichtiger Schleichfahrt. Natürlich leuchten die Tonnen nicht und auch die Richtfeuerkette ist nicht zu erkennen. Immerhin sind die Tonnen überhaupt da und zeigen sich im Licht des Handscheinwerfers. Erleichtert plumpst nicht nur der Anker auf den Grund.

Bahia Honda

   

9.4.

Wo sind wir denn da gestern abend gelandet? Ein Schiffsfriedhof mit Abwrackwerft. Ein Schiff streckt sein Achterschiff in den Himmel, ein Trockendock hat seine letzte Reise nur bis zu Einfahrt geschafft und ist da frühzeitig gestrandet. Schnell weiter, heute geht es in die Marina Hemmingway nach Havanna.

 

 

 

 

Überall sind Fischer  in ihren Ruder(!)booten unterwegs. Daß diese Gefährte überhaupt schwimmen! Dann müssen sie meilenweit gerudert werden, bis dann die beiden Taucher im Riffgebiet ihre Schätze bergen! Unglaublich hart!!!

 

 

 

 

Der Wind frischt auf, Segel hoch, Motor aus und mit Rauschefahrt nach Ostsüdosten.

    

Rauschefahrt bei ablandigen Wind

Eine mitlaufende Yacht macht Bilder von Ariel. Überraschend schnell taucht die Ansteuerunstonne auf. Ich muß mich tummeln mit Segelbergen, Fender ausbringen, Leinen klarmachen, Funkverkehr. 14:30 machen wir am Zollsteg fest und lassen die üblichen Prozeduren über uns ergehen. Eine Grenzschützerin in viel zu engem Rock will sogar das Schiff inspizieren, ob ich auch wirklich allein bin.



12.4.

 

Heute also Abreise.

Zuerst die Rechnung beim Marinakapitän bezahlen. Dann Ablegen zum Zollkai. Hier erwarten mich die Grenzschutzpolizistinnen, die ich schon kenne. Zuerst wird das Boot noch einmal besichtigt. Nein, ich bin allein, keiner sonst an Bord. Alle Unterlagen mitnehmen und weiter ins Büro. Hier eisige Klimaanlage, alle Fenster dicht verhängt. Nun streikt leider der Computer. Nach einer knappen Stunde geht er immer noch nicht  und ich erhalte meine Abreisegenehmigung wie immer handgeschrieben.

Adios, Cuba! Hasta ....?????

Es war sehr schön, alle Leute beeindruckend freundlich, aber es wäre nicht meine Welt.

 

Nun geht es hinüber nach Florida. Marathon in den Keys ist das Ziel.