"Over the Top" - Im Norden um Schottland und wieder zurück

1.8. Heute bei Südwind nach Stornoway gesegelt, umeinzukaufen und die weitere Wetterentwicklung abzuwarten. Die Tiefs scheinen ja nur ein Ziel, nämlich Schottland zu kennen!

Deshalb bis einschl. 5.8. in Stornoway.

 


 


 

Am Sonntag, wie schon früher, Stadt vollkommen ausgestorben, alles geschlossen - sogar die meisten Restaurants. Mit Leihwagen zu den prähistorischen Siedlungen und Steinsetzungen. 4000 Jahre alt!

 

Die Anlagen von Callanish (gäl. Calanais, beides aus Altnordisch Kalas ness, so viel wie Kalas Halbinsel/Landvorsprung) sind insgesamt die größte heute bekannte Steinformation der Megalithkultur auf den britischen Inseln. Calanais befindet sich bei Breasclete auf der Isle of Lewis auf den Äußeren Hebriden. Andere Bezeichnungen sind Callernish und Classerniss. Bis heute wurden 12 von einst vermutlich über 20 Steinsetzungen aus Menhiren im Umkreis von einigen Kilometern ausgegraben.

Die Steinsetzungen, bei denen die Alignements und Steinkreise herausragen, aber später auch Passage tombs des Orkney-Cromarty Typs (Stalled Cairns) hinzukommen, wurden während der Jungsteinzeit um etwa 3000 v. Chr. angelegt (eine Tafel vor Ort datiert die Stelle auf 5000 v.Chr). In der Bronzezeit wurde die Anlagen geplündert bzw. aufgegeben. Seit 800 v. Chr. wurde sie im Zuge der Hochmoorbildung von Torf bedeckt, der die bis zu 4,75 m hohen Menhire im Jahre 1857 (Jahr der ersten Ausgrabung) ca. 1,5 m hoch bedeckte.

Wie bei anderen megalithischen Kultstätten ist der Sinn und Zweck der Formationen unklar und Thema vieler Spekulationen. Die wahrscheinlichste Theorie zur Erklärung der Anordnung der Caldragh Idols (Callanish 1, die Hauptformation) bezieht sich auf denMond: Alle 18,6 Jahre steht der Mond so über den die Formationen umgebenden Hügeln, dass es aussieht, als würde er bei seinem Lauf ihrer Silhouette folgen. Das Schauspiel erweckt den Eindruck, der Mond besuche die Erde und würde mit ihr tanzen. Die Caldragh Idols erlauben, dieses Ereignis vorauszuberechnen.

Calanais ist - wohl hauptsächlich wegen seiner geographischen Abgelegenheit - weniger bekannt als die Megalithanlagen vonStonehenge oder Avebury. Die Granitsteine sind praktisch unbearbeitet und kleiner als die Sarsensteine von Stonehenge. Die Anlagen beeindrucken aber sowohl durch die Anzahl der verwendeten Steine als auch durch die Anzahl der Formationen. Zudem sind sie teilweise vollständig erhalten, z. B. alle 13 Steine des zentralen Kreises Callanish 1


 

Auch sehr spannend: In Algol ein „Black House“, das zwar 1964 nicht mehr bewohnt wird, aber sofort als Museum weitergepflegt wurde. Es handelt sich um Häuser mit Stein/Erdwällen als Wänden und einem Holz/Strohdach, das mit Netzen undSteinen  gedeckt ist. Mensch und Tier unter einem Dach – ein immer brennendes Torffeuer sorgt für Wärme – und Rauch (hält garantiert Fliegen und Mücken ab!).

Den Havaristen vom 31.7. (SY Khamis) getroffen. Hatte Grundberührung, dabei ist das Log aus dem Rumpf gerissen worden und es drang mächtig Wasser ein. Ein Boot der benachbarten Fischfarm kam mit Pumpen zur Hilfe und ein Taucher dichtete provisorisch das Leck. Glück im Unglück!

6.8. Bei mäßigem S-SSW den North Minch überquert. Ankern in einem Nebenarm des vielfach verzweigten Loch Laxford (Loch A´Chad-Fi) vor der Abenteuer-Schule der Ridgeways. Die English Rose war an Land gezogen, ein paar Kinder spielten, ansonsten sehr ruhig.


 

7.8 SW 4 or 5 ocnl 6 in North: Der richtige Wind um Cape Wrath, das Nordwestkap des Britischen Festlandes zu runden und dann mit raumem ablandigem Wind die Kliffs der schottischen Nordküste zu passieren. Kurz vor Scrabster bei Brim Ness doch noch in einem Race gelandet und kräftig durchgeschüttelt worden.

8.8. Weiterfahrt um Duncansby Head, dem Nordostkap, dann zwei Kreuzschläge nach Süden bis Wick. Hier erst mal kleine Pause mitinteressanten Spaziergängen entlang der burgen- und klippenreichen Küste. Idyllisches Hinterland!

 


 

11.-13.8. Peterhead

Bei leichtem SW den Cromarty Firth überquert, am Nachmittagdann aber doch mit Motor an Fraserburgh vorbei in Richtung Peterhead. Plötzlichein Rumps und der Motor aus! Wir hatten uns in einem Hummerkasten verfangen.Trotz Segelsetzen gab es kein Loskommen. Die in der Schraube aufgewickelteLeine wirkte wie ein Anker. Also: große Aktion mit RNLI die uns befreite und dannnach Peterhead einschleppte. Vielen Dank den Helfern!


 

Am Folgetag hat dann ein Taucher die Schraube befreit unddie aufgewickelte Leine abgeschnitten. Von dieser Küste hatten wir dann erstmal genug und so sind wir mit dem Bus nach Aberdeen gefahren, wo es einmaritimes Museum mit viel Interessantem zum Nordseeöl und zur Offshoretechnikzu sehen gibt. 


 

14.8.-17.8. Über die Nordsee nach Helgoland

Um 06:30 Start aus Peterhead: Mäßiger, später leider schwacher Nordwestwind – genau von achtern. Dazu ordentliche Dünung aus Nordnordost, was heftige Rollbewegungen zur Folge hatte. Also trotz zwischenzeitlicher Segelversuche leider Motor bis zum Nachmittag des 15. Motor! Im Laufe der Nacht frischt der Wind auf - Großsegel gerefft – mal mit Yankee mal ohne. Am Morgen des 16.8. allmähliche Winddrehung über Nordost auf Ost. Cuxhaven kann so nicht erreicht werden, auch Helgoland wandert allmählich auf die Luvseite des segelbaren Kurses. Also bei auffrischendem Wind ab 22:30 (bei glücklicherweise mitlaufender Tide) ca 30 Meilenbis Helgoland aufgekreuzt. Am 17.8. um 7:30 fest in Helgoland.

Kreuzen vor Helgoland

 

Die ganze Insel scheint auf den Tagestourismus und Feriengäste ausgerichtet. Erinnert etwas an manche Kreuzfahrtzentren in derKaribik. Durch den Bau bzw. Betrieb der Offshore Windparks herrscht aber doch auch im Hafen etwas Leben.


 

18.8. Gieselaukanal

Um 7:00 Start über die inzwischen fast glatte Nordsee. Das bedeutet einmal mehr Motor. Die auflaufende Flut schiebt uns um 14:00 an Cuxhaven vorbei . 


Es herrscht reger Schiffsverkehr. 


 

Um 16:00 können wir ohne Warten in Brunsbüttel die Schleuse passieren. Damit schließt sich der Kreis und wir sind wieder am Ausgangspunkt dieser Reise. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir den Giselaukanal (nachts Fahrverbot auf dem Kanal für Sportboote – zu Recht)

19.8 Schilksee

Morgens erst mal Nebel! Bis zur Freigabe um 9:00 genießt man die wattige Nebelwelt des romantischen Giselaukanals. Blauer Himmel verspricht erstmals seit langen Regentagen wieder Sonne und Wärme. 14:50 sind wir inHoltenau – auf der Förde immer noch Nebelbänke. Um 16:00 fest in Schilksee - Reise wohlbehalten beendet!